Vortrag und Gespräch
Der Frankfurter Schriftsteller und Aufklärer Johann Michael von Loen (1694–1776) setzte sich für Toleranz unter Christen ein und führt in ein spannendes Kapitel Frankfurter Politik. Als Verwandter der Familien Textor und Goethe bekannt, blieb seine reformierte Herkunft lange unbeachtet. Die Frankfurter Stadtforscherin Marianne Rodenstein zeichnet in ihrem Vortrag nach, wie sein Werben für eine Union von Reformierten und Lutheranern eine Intrige auslöste und ihn 1752 nach Preußen trieb. Loens Idee einer Annäherung der christlichen Konfessionen weist über seine Zeit hinaus: Seine 1725 unter Pseudonym erschienene Schrift „Evangelischer Friedenstempel“ nimmt Gedanken vorweg, die bis heute in innerprotestantischen Unionsbestrebungen nachwirken – etwa in der Zusammenführung reformierter und lutherischer Kirchen. Im Anschluss an den Vortrag findet ein Gespräch mit Marianne Rodenstein und dem Kirchenhistoriker Malte Dücker statt, das die Stadtarchivarin Mirjam Sprau moderiert.
Referenten:
Malte Dücker, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, Theologischer Referent des Frankfurter Stadtdekans, Kirchenhistoriker
Prof. i.R. Dr. Marianne Rodenstein, Soziologin mit dem Schwerpunkt Stadt-, Regional- und Gemeindesoziologie, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
Moderation:
Dr. Mirjam Sprau, Leiterin Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Leitung:
Dr. Margrit Frölich, Studienleiterin Evangelische Akademie Frankfurt
Franziska Kiermeier, Direktorin Hessische Landeszentrale für politische Bildung und Geschäftsführende Vorsitzende Gesellschaft für Frankfurter Geschichte
Termin: Montag, 19.10.2026
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main
Eintritt frei, Anmeldung erbeten
Veranstaltung in Kooperation mit

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